Beiträge zum Deutschland-Monitor auf der Dreiländertagung der DVPW, ÖGPW und SVPW
Zwischen dem 17. und dem 19. Juni 2026 fand an der Zeppelin Universität Friedrichshafen die Dreiländertagung der politikwissenschaftlichen Fachverbände aus dem deutschsprachigen Raum (Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft, Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft, Schweizerische Vereinigung für Politikwissenschaft) statt. Mit über 400 Kolleg:innen wurden aktuelle Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Teildisziplinen der Politikwissenschaft diskutiert.
Mit dabei waren auch zwei Beiträge, die auf den Daten des Deutschland-Monitors fußen.
Pierre Zissel (Friedrich-Schiller-Universität Jena) stellte im Rahmen des Panels „Lokale Demokratie im Wandel: Vertrauen, Führung und Partizipation in der Kommunalpolitik“ Befunde seiner Studie „Explaining Political Trust in Mayors – A Demand-Side Perspective“ vor. Die Studie kombiniert Daten aus der Haupt- und Vertiefungsstichprobe des Deutschland-Monitors 2023 mit Daten zu Bürgermeister:innen in den Gemeinden der Befragten und stellt dabei u. a. heraus, dass das Vertrauen in Bürgermeister:innen insbesondere von lokalem Sozialkapital geprägt wird. Dort, wo ein großer sozialer Zusammenhalt und eine Verbundenheit mit der lokalen Ebene wahrgenommen wird, ist auch das Vertrauen in die Bürgermeister:innen größer. Das politische Profil der Bürgermeister:innen (etwa Parteilosigkeit vs. Parteizugehörigkeit, Amtsdauer) spielt für das Vertrauen der Bürger:innen hingegen nur eine nachgelagerte Rolle.
Im Rahmen des Panels „Ländermonitore und Demokratieforschung: Systemunterstützung in den deutschen Bundesländern“ stellten Dr. Jörg Hebenstreit und Pierre Zissel (beide Friedrich-Schiller-Universität Jena) erste Befunde aus ihrer Studie „Regionale politische Kulturen im Bundesländervergleich“ (Co-Autorinnen Prof. Dr. Marion Reiser und Dr. Anne Küppers) vor. Dabei diskutierten sie die zahlreichen methodischen Herausforderungen einer vergleichenden Analyse der Systemunterstützung in den deutschen Bundesländern. Zudem zeigten sie anhand einer Clusteranalyse auf Basis der Kumulation aus den ersten drei Wellen des Deutschland-Monitors (2023-2025), dass Ost-West-Differenzen bei politischen Einstellungen zwar weiterhin persistent sind, die beiden Landesteile darüber hinaus aber keineswegs homogen sind. So zeigen sich u. a. Hinweise darauf, dass sich sozialstrukturelle Unterschiede zwischen den Bundesländern auch in den Einstellungen zum politischen System fortsetzen. Der Beitrag war eingebettet in einen breiten wissenschaftlichen Austausch über Methoden und Befunde der politischen Kulturforschung in den deutschen Bundesländern und über diese hinaus.
Dank gilt allen Mitdiskutant:innen für das Interesse und die anregenden Diskussionen. Es wird zudem angestrebt, die Ergebnisse beider Untersuchungen zeitnah in eigenständigen Journal-Artikeln zu veröffentlichen.