Methodisches Vorgehen
Die Erhebung des Deutschland-Monitors 2025 beinhaltete, ebenso wie in der vorherigen Erhebung, drei Phasen: Zwei quantitative Befragungen, die separat voneinander mit den gleichen Inhalten durchgeführt wurden. Erstens die Haupterhebung, eine deutschlandweite Repräsentativbefragung der deutschsprachigen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren, die mit telefonischen Interviews (CATI) durch das Feldinstitut forsa erhoben wurde. Zweitens die regionale Vertiefungserhebung basierend auf dem rollierenden Kreispanel in zwölf Kreisen bzw. kreisfreien Städten. Vier dieser Kreise wurden jeweils in den Jahren 2023, 2024 und 2025 zufällig ausgewählt und für das aktuelle Jahr befragt. Nach drei Jahren fällt ein Kreis dann jeweils aus der Erhebung. Die regionale Vertiefungserhebung wurde mittels offline-rekrutierte Online-Erhebung (CAWI) durchgeführt, wobei die Stichprobenziehung auf einer Registerauskunft der Einwohnermeldeämter beruht. In vier der ausgewählten Kreise wurden zusätzlich qualitative Fokusgruppeninterviews durchgeführt. Der Deutschland-Monitor kann als eine politische Mehrthemenumfrage verstanden werden. So werden jährlich wiederholend gleiche Themen abgefragt, wie beispielsweise die Einstellungen zur Demokratie in Deutschland und das Vertrauen in politische Institutionen. Zusätzlich wird ein jährlich wechselndes neues Schwerpunktthema befragt. Im Erhebungsjahr 2025 ging der Deutschland-Monitor im Schwerpunkt der Frage nach „Wie veränderungsbereit ist Deutschland?“.
1. Haupterhebung
Der Deutschland-Monitor 2025 wurde mit telefonischen Interviews (CATI) von April bis Mai 2025 durchgeführt. Die Haupterhebung des Deutschland-Monitors 2025 erfolgte in Form einer Festnetz- und Mobilfunkstichprobe. Insgesamt wurden für die Haupterhebung 4.005 Interviews geführt. Die Auswahl der Rufnummern folgt sowohl im Festnetz als auch für die Mobilfunkstichprobe einer uneingeschränkten Zufallsauswahl. Die Auswahlwahrscheinlichkeit jeder Person ist jedoch darüber hinaus abhängig von deren Anzahl an Rufnummern und Haushaltsgröße.
2. Regionale Vertiefung/Rollierendes Kreispanel
Die regionale Vertiefungserhebung dient der Betrachtung der Entwicklung der (Kern-) Themen des Deutschland-Monitors auf regionaler Ebene. Von besonderem Interesse ist dabei auch die Entwicklung von strukturstarken und -schwachen Regionen. Für die Identifizierung von strukturstarken und -schwachen Kreisen wurden eigens die sog. Indikatoren der lokalen Prosperität, Teilhabe und Infrastruktur (ILTIS) entwickelt. Dabei wurde aus den jeweiligen Subdimensionen dann die Hauptdimensionen gebildet, deren Summenwert dann den Gesamtindex ergaben.
Dimensionen und Variablen von ILTIS
- Beschäftigtenquote
- SGB II-/SGB XII-Quote
- Ärzte je 10.000 Einwohner
- Wohnunsnahe Grundversorung Supermarkt
- Breitbandversorgung
- Kommunale Schulden
- Gesamtwanderungssaldo (Median 10 Jahre)
- Berufseinstiegswanderer (Median 10 Jahre)
- Schulabgänger ohne Abschluss
- Bruttoinlandsprodukt je Einwohner
- Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen Tertiärer Sektor
- Haushaltseinkommen
- Medianeinkommen
Die Zuordnung der Kreise zu den Ausprägungen „hohe Prosperität“ und „niedrige Prosperität“ erfolgte dann anhand des Indexes eines Kreises in Relation zur Verteilung des Indexes über alle Kreise hinweg. Kreise, deren Wert des Gesamtindex zu den niedrigsten 20 Prozent der Verteilung gehörten, wurden den Kreisen mit niedriger Prosperität zugeordnet. Kreise, deren Gesamtindex innerhalb der obersten 20 Prozent der Verteilung lag, wurden den Kreisen mit hoher Prosperität zugeordnet. Die Berechnung wurde unter Ausschluss der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen vorgenommen, da diese aufgrund ihrer Stellung als Bundesland und Gemeinde das Bild verzerren würden. Ein wichtiger Fokus der späteren Beurteilung im Kontext des Deutschland-Monitors war die Abkehr von einem vermeintlich einfachen Vergleich von alten und neuen Bundesländern hin zu einem Vergleich der Regionen in Relation zu deren (geografischen) Umfeld. Daher werden die ILTIS – Indikatoren separat für alte und neue Bundesländer berechnet.
Das rollierende Kreispanel folgt jedem ausgewählten Kreis über den Zeitraum von drei Jahren. Mit jedem Jahr der Erhebung des Deutschland-Monitors werden neue Kreise für den gleichen Zeitraum aus der Menge der zum Zeitpunkt der Ziehung noch nicht im Kreispanel vorhandenen Kreise ausgewählt. Festzuhalten ist, dass nicht wie in einem normalen Panel die Befragten selbst, sondern die Kreise für die Dauer von drei Jahren durchgehend befragt werden. Da der Vergleich der Unterschiede von Kreisen mit hoher und geringer Prosperität von Bedeutung ist, wird für das rollierende Kreispanel eine geschichtete Zufallsauswahl der Kreise aus diesen Bereichen gezogen. Die Trennung erfolgt nach hoher und geringer Prosperität sowie nach Ost- und Westdeutschland. Kreise mit mittlerer Prosperität gelangen nicht in das Kreispanel. Für die regionale Vertiefungsstichprobe 2025 wurden zwölf Kreise ausgewählt. Diese setzen sich aus acht Kreisen, die bereits 2024 befragt wurden und 4 neuen in den Schichten hoher und niedriger Prosperität in Ost- und Westdeutschland zusammen. Herausfordernd bei regionalen telefonischen Befragungen ist, dass Mobilfunkstichproben nahezu nicht möglich sind, da sich Mobilfunknummern – im Gegensatz zu Festnetzanschlüssen – anhand ihrer Systematik nicht einem Kreis zuordnen lassen. Daher basiert die regionale Vertiefung – nach einer erfolgreichen Erprobung im Erhebungsjahr 2024 – auf einer offline-rekrutierten Online-Erhebung (CAWI). Die Stichprobenziehung erfolgte auf Basis einer Melderegisterauskunft. Die Erhebung erfolgte zwischen Juli und September 2025. Insgesamt wurden pro Kreis ca. 333 Interviews angestrebt.
Rollierendes Kreispanel
2023
1. Kreis der jeweiligen ILTIS-Schicht
2024
1. Kreis der jeweiligen ILTIS-Schicht
2. Kreis der jeweiligen ILTIS-Schicht
2025
1. Kreis der jeweiligen ILTIS-Schicht
2. Kreis der jeweiligen ILTIS-Schicht
3. Kreis der jeweiligen ILTIS-Schicht
2026
2. Kreis der jeweiligen ILTIS-Schicht
3. Kreis der jeweiligen ILTIS-Schicht
2027
3. Kreis der jeweiligen ILTIS-Schicht
2028
3. Fokusgruppenbefragung
Zusätzlich zur repräsentativen Haupterhebung und der regionalen Vertiefung wurden im September und Oktober 2025 wie schon in früheren Deutschland-Monitor Wellen vier Fokusgruppendiskussionen an vier Standorten in ausgewählten Kreisen der Vertiefungsstudie durchgeführt. Bei der Auswahl der Standorte wurden zu gleichen Teilen ost- und westdeutsche sowie strukturstarke und strukturschwache Kreise berücksichtigt. Die teilnehmenden Personen stammen aus Orten unterschiedlicher Größenklassen innerhalb eines Landkreises (von Dorf bis mittlere Stadt) bzw. aus unterschiedlichen Stadtteilen einer kreisfreien Stadt. Teilgenommen haben insgesamt ca. 30 Personen, die nach den soziodemografischen Merkmalen Alter, Bildung und Geschlecht rekrutiert wurden. Diese wurden weiterhin nach Ost- und Westdeutschland sowie nach strukturstarken und -schwachen Kreisen gegliedert. Die ausgewählten Kreise und Städte waren 2025: Memmingen (Bayern), Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen), Barnim (Brandenburg) und Stendal (Sachsen-Anhalt).
Die Interviews werden von dem Marktforschungsinstitut Info GmbH durchgeführt. Die Ergebnisse der Fokusgruppenbefragung werden in den Hauptbericht des Deutschland-Monitors integriert.